Viele Menschen bewohnen aus beruflichen Gründen neben ihrem Hauptwohnsitz eine Nebenwohnung. Worauf es bei der Suche nach dem Zweitwohnsitz ankommt und was es mit der Zweitwohnungssteuer auf sich hat, erfährst du hier.

 

Warum erheben viele Städte eine Zweitwohnsitzsteuer?

Für jeden Erstwohnsitz bekommen Gemeinden einen Steuerausgleich vom Bund, für Nebenwohnungen jedoch nicht. Mit der Erhebung einer Zweitwohnungssteuer wollen sie die Bürger*innen dazu bewegen, lieber einen Erstwohnsitz anzumelden.

Wie groß die Nebenwohnung ist, spielt für die Erhebung der Zweitwohnsitzsteuer keine Rolle. In manchen Gemeinden gilt sogar ein Dauercamping-Platz als Zweitwohnung. Andere Kommunen prüfen vor Erhebung der Zweitwohnsitzsteuer, ob die Wohnung mit einem Bad oder einer Kochnische ausgestattet ist. Hinweis: Wenn du eine Nebenwohnung anmeldest und dich länger als sechs Monate im Jahr dort aufhältst, kann die zuständige Gemeindeverwaltung eine Zweitwohnsitzsteuer erheben.

 

Hauptwohnsitz oder Nebenwohnsitz?

Nach den Regelungen des Bundesmeldegesetzes gilt eine Wohnung als Hauptwohnung, wenn sich der Benutzer*in überwiegend dort aufhält. Eine Ausnahme dieser Regelung gilt oft für Ehepartner, Studenten*innen sowie Arbeitnehmer*innen, die aus beruflichen Gründen eine Nebenwohnung haben: Hier geht das Gesetz meist davon aus, dass der Lebensmittelpunkt dort ist, wo Ehepartner beziehungsweise Familie und Freunde leben und erkennt diesen Wohnsitz als Hauptwohnsitz an – auch wenn sich die betroffene Person überwiegend am Nebenwohnsitz aufhält. Als Zweitwohnsitz definiert die Rechtsgrundlage eine inländische Wohnstätte, die nicht als Hauptwohnung verwendet wird.

 

Wann und wie hoch ist die Zweiwohnsitzsteuer?

Erhebt die Gemeinde eine Zweitwohnsitzsteuer, wird sie einmal im Jahr fällig. Die Höhe errechnet sich anhand eines prozentualen Anteils der Jahresnettokaltmiete. Den prozentualen Anteil legt jede Gemeinde eigenständig fest. Nürnberg erhebt beispielsweise zehn Prozent der jährlichen Nettokaltmiete als Zweitwohnsitzsteuer.

 

Kann der Zweitwohnsitz steuerlich geltend gemacht werden?

Die Zweitwohnungsteuer wird dann fällig, wenn ein Steuerpflichtiger*e in einer Stadt mit einem Zweitwohnsitz gemeldet ist. Die Höhe dieser Steuer richtet sich meist nach der jährlichen Kaltmiete und unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. Die Steuersätze findest du relativ unkompliziert auf den entsprechenden Websites der Städte und Gemeinden.

 

Damit die Zweitwohnungsteuer über die Steuererklärung abgesetzt werden kann, müssen die Bedingungen für eine doppelte Haushaltsführung vorliegen. Das heißt konkret:

  • Der Arbeitnehmer*in hat einen eigenen Hausstand am Lebensmittelpunkt, zum Beispiel eine Wohnung oder ein Haus, in dem die Familie lebt.
  • Der Arbeitnehmer*in unterhält zusätzlich aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung am Beschäftigungsort – weil der Lebensmittelpunkt zu weit weg vom Arbeitsort liegt, um täglich zu pendeln.

 

Sind diese Bedingungen erfüllt, lässt sich die gezahlte Zweitwohnungsteuer in der Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen. Daneben kannst du auch alle weiteren Kosten in Zusammenhang mit dem Zweitwohnsitz steuerlich geltend machen. Dazu gehören zum Beispiel die Miet- und Mietnebenkosten, Rundfunkgebühren, Renovierungskosten und Aufwendungen für notwendige Einrichtungsgegenstände.

 

Gibt es Befreiungsmöglichkeiten von der Zweitwohnsitzsteuer?

Jede Person, die einen Zweitwohnsitz unterhält, muss diesen bei der zuständigen Behörde anmelden und damit rechnen, dass die Steuer erhoben wird. Ausgenommen von der Zahlungspflicht sind Berufspendler, die die Zweitwohnung während der Arbeitswoche nutzen und am Wochenende nach Hause fahren. Für die Anerkennung der Steuerbefreiung wird vorausgesetzt, dass diese Personen verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sind. Darüber hinaus sind auch Personen von der Zahlung der Zweitwohnungssteuer befreit, die in Alten- oder Pflegeheimen leben, zeitweise in einem Hotel wohnen oder im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, Zivildienstes oder Wehrdienstes eine Gemeinschaftsunterkunft beziehen.

 

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