Umzug von der Steuer absetzen

 

Wie setzte ich meinen Umzug von der Steuer ab?

Möchtest du deine Umzugskosten von der Steuer absetzen, hast du je nach Grund deines Umzugs verschiedene Möglichkeiten. Als folgende Posten kannst du Umzugskosten geltend machen:

  • Werbungskosten
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Außergewöhnliche Belastungen
  • Sonderausgaben
  • Betriebsausgaben

 

Berufsbedingter Umzug: Werbungskosten und Umzugskostenpauschale

Wenn du berufsbedingt umziehst, kannst du einen großen Teil der Umzugskosten als Werbungskosten bei der Steuererklärung angeben. Die Ausgaben werden getrennt nach “allgemeinen Kosten” und “sonstigen Kosten”. Um sie steuerlich absetzen zu können, muss der Umzug bestimmte Bedingungen erfüllen.

 

Berufsbedingter Umzug: Was sind die Voraussetzungen?

Damit das Finanzamt deine Ausgaben als abzugsfähig anerkennt, müssen diese mindestens eine dieser Voraussetzungen erfüllen:

  • Antritt des allerersten Jobs
  • Arbeitsplatzwechsel oder Versetzung (ggf. in eine andere Stadt)
  • kürzerer Arbeitsweg (täglich mind. eine halbe Stunde schneller)
  • Einzug oder Auszug in/aus eine/r Dienstwohnung oder Zweitwohnung
  • Rückkehr aus dem Ausland zum Antritt einer neuen Stelle in Deutschland

 

Als Nachweis für den berufsbedingten Umzug eignet sich der Arbeitsvertrag oder eine Bestätigung des Arbeitgebers*in. Tipp für Studenten*innen und Auszubildende: Wer umzieht, um seine erste Berufsausbildung anzutreten, kann die Umzugskosten als Sonderausgaben geltend machen.

 

Müssen “Allgemeine Kosten” mit Quittungen belegt werden?

Es gibt eine Reihe allgemeiner Kosten, die du in voller Höhe in der Steuererklärung angeben kannst. Um diese nachweisen zu können, benötigst du Belege wie Quittungen und Rechnungen.

  • Transportkosten für den Hausrat (Umzugsunternehmen, Miettransporter, Kosten für Verpackungen)
  • Reise- und Übernachtungskosten (z. B. für eine Wohnungsbesichtigung)
  • doppelte Miete während der Umzugsphase
  • Makler- und Besichtigungskosten
  • Nachhilfe für Kinder, um Unterrichtsstoff am neuen Wohnort nachzuholen (max. 1.146 EUR)

Hinweis: Einige Arbeitgeber*innen beteiligen sich an den Kosten eines berufsbedingten Umzugs. Die Umzugskosten, die der Arbeitgeber*in trägt, können nicht noch mal in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

 

Wie setzte ich “Sonstige Kosten” mit der Umzugskostenpauschale ab?

Für zusätzliche “sonstige” Kosten kannst du die Umzugskostenpauschale nutzen. Zahlungsbelege brauchst du in diesem Fall nicht.

Die Kosten für die folgenden Aufwendungen werden mit der Umzugskostenpauschale abgegolten:

  • Anzeigen für die Wohnungssuche
  • Ummeldegebühren (auch für Kfz)
  • Trinkgelder und Verpflegungskosten für Umzugshelfer
  • Ab- und Aufbau von Möbeln
  • fachgerechter Anschluss elektrischer Geräte
  • Installation von Telefon- und Internetanschluss
  • professionelles Anbringen und Ändern von Gardinen, Rollos, Vorhängen und den dazugehörigen Halterungen
  • Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung (sofern im Mietvertrag vorgeschrieben)

 

Welche Pauschbeträge gelten?

Seit dem 1.06.2020 hat sich die Umzugskostenpauschale geändert. Zudem spielt der Familienstand keine Rolle mehr. Es gelten nun folgende Beträge für die Umzugskostenpauschale:

  • Umziehender: 860 EUR
  • für Ehegatten/Lebenspartner: 573 EUR
  • zusätzlich pro Kind/Angehörigem im selben Haushalt: 573 EUR
  • Geschiedene/Verwitwete: 860 EUR

 

Falls du innerhalb von fünf Jahren ein zweites Mal aus beruflichen Gründen umziehen musst, gibt es einen Zuschlag von 50 Prozent auf die Pauschalbeträge.

Hast du mehr als die oben genannten Pauschalbeträge für den Umzug ausgegeben? Dann musst du die Umzugspauschale nicht nutzen, sondern kannst diese Kosten auch einzeln geltend machen. Dafür musst du allerdings alle Quittungen aufbewahren.

 

Nicht alle Umzugskosten sind absetzbar, stimmt das?

Das Finanzamt erkennt zwar viele umzugstypische Kosten an, aber eben nicht alle. Folgende Ausgaben kannst du nicht bei der Steuer geltend machen:

  • Einlagerungskosten für Möbel
  • Aufwendungen für die Renovierung und Ausstattung der neuen Wohnung
  • Maklergebühren für den Kauf eines Eigenheims
  • Verluste und Aufwendungen beim Verkauf des bisherigen Eigenheims

 

Steuererklärung: Wie gebe ich die Umzugskosten als Werbungskosten an?

Die beruflich bedingten Umzugskosten trägst du in der Steuererklärung in der Anlage N unter “Weitere Werbungskosten” ein. Du kannst Einzelbeträge oder die Gesamtkosten der allgemeinen Ausgaben plus Umzugskostenpauschale eintragen.

Tipp: Falls du den Gesamtbetrag angeben hast, solltest du deiner Steuererklärung eine Übersicht über die einzelnen Kosten beifügen.

 

Privater Umzug: Haushaltsnahe Dienstleistungen & außergewöhnliche Belastung

Ziehst du privat um, kannst du die Umzugskosten zumindest teilweise in der Steuererklärung angeben.

 

Umzugskosten als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen?

Du kannst 20 Prozent der Handwerkerkosten (max. 1.200 EUR) und Transportdienstkosten (max. 4.000 EUR) von der Steuer absetzen. Nicht abzugsfähig sind Materialkosten.

Für haushaltsnahe Dienstleistungen musst du dem Finanzamt Rechnungen und Zahlungsnachweise vorlegen. Die Kosten der Handwerkerarbeiten gibst du ab der Steuererklärung 2019 in der neuen Anlage “Haushaltsnahe Aufwendungen” an.

 

Außergewöhnliche Belastung bei der Steuer angeben – Voraussetzungen?

Um diese Möglichkeit zu nutzen, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Umzug war zwingend notwendig – z. B. aus gesundheitlichen Gründen oder wegen einer Naturkatastrophe.
  • Die entstandenen Kosten übersteigen die Grenze der zumutbaren Belastung. Ob diese Bedingung in Ihrem persönlichen Fall gegeben ist, klären Sie am besten mithilfe eines Steuerberaters.

Die Notwendigkeit eines Umzugs wegen außergewöhnlicher Belastung musst du mit einem entsprechenden Nachweis belegen – beispielsweise mit einem ärztlichen Attest.

 

Freiberufler und Selbstständige: Umzugskosten als Betriebsausgaben absetzen?

Selbstständige können einen beruflich motivierten Umzug als Betriebsausgaben abrechnen. Dafür musst du aber in der Regel belegen können, dass der Umzug tatsächlich betrieblich veranlasst und notwendig ist. Gültige Gründe können sein:

  • Umzug in ein größeres Gebäude wegen Unternehmenswachstum
  • Größere Nähe zu Kunden, Lieferanten oder Kooperationspartnern
  • Absatzschwierigkeiten am derzeitigen Standort

Auch die Kosten für einen betriebsbedingten Umzug solltest du genau belegen können.

 

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