Nach einer Trennung musst du nicht nur organisatorisch, sondern auch steuerlich einiges beachten, wie z. B. den rechtzeitigen Wechsel der Steuerklasse. Wir zeigen, worauf du achten musst.

 

Sondersplitting im Trennungsjahr – Was bedeutet das?

Im Trennungsjahr hast du die Möglichkeit, dich weiterhin gemeinsam mit deinem Ehepartner veranlagen zu lassen, wenn ihr die Kombination Steuerklasse 3 und 5 habt. Ihr könnt auch in die Steuerklasse 1, 2 oder 4 wechseln oder euch einzeln veranlagen lassen. Für das Sondersplitting ist das Datum der Trennung ausschlaggebend:

 

  • Trennung Ende des Jahres:

Ihr müsst euch bis Ende Dezember um den Steuerklassenwechsel für das nächste Jahr kümmern, da die gemeinsame Veranlagung nur für das aktuelle Kalenderjahr gilt.

  • Trennung im Laufe des Jahres:

Ihr könnt bis zum 31.12. in euren jeweiligen Steuerklassen bleiben.

Für die gemeinsame Veranlagung reicht es, wenn ihr einen Tag im Trennungsjahr zusammengelebt habt. Achtung: Versäumt ihr den rechtzeitigen Steuerklassenwechsel, drohen euch eine Steuernachzahlung und ein Steuerstrafverfahren!

 

Heirat nach der Scheidung?

Heiratest du im selben Kalenderjahr, in dem du und dein Ex-Partner das Sondersplitting in Anspruch genommen habt, dann gilt der Splittingtarif für dich und deinen neuen Ehepartner (§ 26 Abs. 1 Satz 2 EStG). Dein Ex wird dann einzeln veranlagt. Ist dein Ex-Partner in der Steuerklasse 3, muss er nach deiner Heirat mit Steuernachforderungen rechnen.

 

Anspruch auf Unterhaltszahlungen?

Im Trennungsjahr hast du Anspruch auf Unterhalt, wenn du kein oder ein deutlich geringeres Einkommen als dein Ehepartner hast. Voraussetzung ist, dass dieser in der Lage ist, Unterhaltszahlungen zu leisten. Das bemisst sich auch daran, ob ihm dann noch genug für den eigenen Lebensunterhalt verbleibt. Dieser Selbstbehalt beträgt laut Düsseldorfer Tabelle aktuell 1.400 EUR netto.

In der Tabelle sind zudem die Bedarfssätze festgelegt, die für den Kindesunterhalt gelten. Als Unterhaltszahler kannst du einen Teil des Kindergeldes auf die Unterhaltszahlung anrechnen lassen. Der angerechnete Betrag hängt von der Höhe des Unterhalts ab.

 

Kann man Scheidungskosten absetzen?

Nein. Der Bundesfinanzhof urteilte im Mai 2017, dass Scheidungskosten nicht mehr absatzfähig sind. Laut des Urteils bejaht das BFH einerseits die Zwangsläufigkeit von Scheidungskosten, andererseits bestehe jedoch keine Gefährdung der Existenzgrundlage bei einem Scheidungsverfahren. Daher können Scheidungskosten nicht als „außergewöhnliche Belastung“ anerkannt werden.

 

 

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