Was sind Sonderausgaben und wo muss man sie eintragen?

Sonderausgaben sind Ausgabenkosten in deiner Einkommensteuererklärung. Unter Sonderausgaben kannst du verschiedene Ausgaben der privaten Lebensführung steuermindernd geltend machen, die weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind. Hier findest du eine Übersicht über alle Sonderausgaben, die du steuerlich geltend machen kannst.

Außerdem wichtig zu wissen: Sonderausgaben können immer nur in dem Jahr, in dem sie getätigt wurden, steuerlich verrechnet werden.

Die Sonderausgaben, die du eintragen kannst, werden wiederum in zwei Gruppen aufgeteilt:

  • Vorsorgeaufwendungen
  • andere Sonderausgaben

 

Steuererklärung: Wann greift der Sonderausgaben-Pauschbetrag?

Zu den Vorsorgeaufwendungen zählen etwa Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung sowie auch zur privaten Altersvorsorge.

Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen sind:

  • Arbeitslosen-,
  • Erwerbs-,
  • Risikolebens-,
  • Haftpflicht-,
  • Unfall-,
  • Berufsunfähigkeits-,
  • Renten- und Kapitallebensversicherungen

 

Doch Vorsicht: Hier greift der Sonderausgaben-Pauschbetrag nicht, da sonstige Vorsorgeaufwendungen grundsätzlich bis zu einem Höchstbetrag von 23.712 EUR bzw. 47.424 EUR (bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder Lebenspartnern) abziehbar sind. Außerdem wird rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern der abziehbare Anteil der Vorsorgeaufwendungen um den steuerfreien Anteil gekürzt, den der Arbeitgeber*in in die Rentenversicherung einzahlt.

Der Sonderausgaben-Pauschbetrag wird vom Finanzamt dagegen automatisch mit 36 EUR für Ledige und 72 EUR für Verheiratete pro Kalenderjahr veranschlagt. Somit musst du hierfür nicht extra einen Antrag einreichen. Allerdings ist die Voraussetzung, dass du den Pauschbetrag in Anspruch nehmen kannst, dass du auch eine Einkommenssteuererklärung abgibst.

Allerdings fallen darunter nur die anderen Sonderausgaben, da sie unbeschränkt abziehbar sind. Dazu zählen laut dem Einkommenssteuergesetz wie folgt:

  • Kirchensteuer
  • Spenden
  • Kinderbetreuungskosten
  • Schulgeld
  • Kosten für eine Erstausbildung bzw. ein Erststudium
  • Beiträge zum Riester-Vertrag
  • Unterhaltszahlungen an den Expartner

 

Doch Vorsicht: Oftmals haben viele Haushalte deutliche höhere Sonderausgaben. Diese kannst du zwar absetzen, musst diese aber in unterschiedlichen Formularen eintragen und eventuell mit den entsprechenden Belegen versehen:

  • Kirchensteuer und Spenden
  • Sozialversicherungsbeiträge / Beiträge für Altersvorsorge: Anlage Vorsorgeaufwand
  • Riester-Sparer: Anlage AV
  • Kinderbetreuungskosten: Anlage Kind

 

Hinzu kommt, dass nicht alle Sonderausgaben gleichermaßen in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden können. Während dies bei der Kirchensteuer komplett möglich ist, kannst du zum Beispiel Studienkosten nur bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 6.000 EUR geltend machen.

Auch bei den Aufwendungen für Kinderbetreuung kannst du nur zwei Drittel, maximal aber 4.000 EUR je Kind und Kalenderjahr als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Ein Verlustvortrag wie bei Werbungskosten ist dagegen nicht möglich.

 

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