Auch Polizisten zahlen Steuern. Aber welche Besonderheiten gibt es bei dieser Berufsgruppe? Und welche über das Jahr getätigten Ausgaben haben Relevanz in der Steuererklärung? Wenn du als Polizist tätig bist, solltest du ein paar Posten deiner Ausgaben genauer ins Auge fassen.

 

Was kann man als Polizist von der Steuer absetzen?

Ein wichtiges Thema sind wie bei allen Arbeitnehmern die Werbungskosten. Unter dem Begriff Werbungskosten versteht der Gesetzgeber wie in § 9 EStG formuliert, alle „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen“.

Generell gilt: Sobald ein Arbeitnehmer eine Steuererklärung beim Finanzamt einreicht, wird ihm die Werbungskostenpauschale angerechnet. Diese umfasst einen Betrag von 1.000 EUR, mit dem dann unterschiedliche Posten abgegolten sind. Vielen Arbeitnehmern reicht das aus, da ihre tatsächlichen Ausgaben, beispielsweise für ihren Arbeitsweg oder ihre Arbeitskleidung, darunter liegen. Ein Vorteil bei Pauschalen: Du musst dir nicht die Mühe machen, alle Ausgaben einzeln aufzulisten, Belege zu sammeln und für eine mögliche Anfrage des Finanzamts bereitzuhalten.

Als Polizist kann es jedoch sinnvoll sein, nicht die Pauschale zu nutzen, sondern die tatsächlichen Kosten anzugeben. Das hängt natürlich davon ab, wie du im vergangenen Jahr eingesetzt wurdest, z.B. an wie vielen Auswärtstätigkeiten du teilgenommen hast und ob die Kosten dafür vollständig vom Arbeitgeber übernommen wurden. Für die einzelnen Posten der Werbungskosten kannst du teilweise wieder Pauschalen anwenden.

 

Welche Pauschalen kann ich als Polizist anwenden?

Für den normalen Arbeitsweg von deinem Zuhause zu der Polizeiwache, auf der du regelmäßig tätig bist, kannst du die Pendlerpauschale nutzen. Du darfst hier 0,30 EUR pro Kilometer der einfachen Strecke angeben. Dazu sollte aber die jeweilige Polizeiwache als deine erste Tätigkeitsstätte definiert sein. Diese Festlegung erfolgt durch den Arbeitgeber. Für die Berechnung zählen ausschließlich die Arbeitstage; Urlaubs- und Krankheitstage musst du abziehen. Auch wenn du lieber mit dem Fahrrad, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder als Mitfahrer unterwegs bist, kannst du die Pendlerpauschale ansetzen. Ein Unterschied bleibt aber: Fährst du ausschließlich mit dem Auto, darfst du die vollständigen Kosten angeben. In allen anderen Fällen ist die Pendlerpauschale auf maximal 4.500 EUR jährlich begrenzt.

Ein weiterer Unterpunkt der Werbungskosten sind die Ausgaben für Dienstreisen. Wahrscheinlich musst du gerade in der Anfangszeit deiner Karriere häufiger an Weiterbildungen, Schulungen, Seminaren oder auch Auswärtstätigkeiten bzw. -einsätzen teilnehmen. Bist du mit dem eigenen PKW unterwegs, kannst im Rahmen der Dienstreisepauschale 0,30 EUR pro gefahrenem Kilometer geltend machen. Die Fahrten sollten aber hinreichend dokumentiert werden, beispielsweise innerhalb eines Fahrtenbuchs (Datum, Zielort und Anlass der Fahrt). Bei einer Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, musst du unbedingt die Belege aufheben, um sie dem Finanzamt auf Anfrage vorzeigen zu können.

 

Wichtig: Solltest du bereits einen finanziellen Aufwandsausgleich von deinem Arbeitgeber erhalten haben, beispielsweise eine Teilerstattung, musst du diese zunächst gegenrechnen, bevor du die bleibenden Ausgaben in die Steuererklärung eintragen darfst.

Bei einer Dienstreise fallen in der Regel noch weitere Kosten an, wie beispielsweise Verpflegung, Übernachtung, Parkgebühren u.v.m. Für alles, was du aus deinem eigenen Geldbeutel bezahlt hast, solltest du die Nachweise sammeln.

 

 

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