Wenn du eine Photovoltaikanlage auf deinem privaten Eigenheim installieren möchtest, solltest du dir darüber bewusst sein, dass auf diese bzw. auf dich gegebenenfalls verschiedene Steuerpflichten zukommen. Ausschlaggebend ist hierfür, ob du den erzeugten Solarstrom selbst verbrauchst oder aber verkaufst. Sobald du eine Einspeisevergütung erhältst und somit Einnahmen generieren kannst, wirst du vom Finanzamt als gewerblich tätiger Unternehmer*in eingestuft – mit allen steuerlichen Rechten und Pflichten.

 

Wann fallen Photovoltaik Steuern an?

Ob und wie hoch deine Steuerpflichten sind, hängt davon ab, wie du deine selbst erzeugte Solarenergie nutzt: nur wenn deine Photovoltaikanlage Strom rein für deinen Eigenverbrauch produziert wird, müssen keine Photovoltaik Steuern entrichtet werden.

Speist du Solarenergie in das öffentliche Netz ein und erzeugst hiermit Einnahmen, bist du faktisch unternehmerisch tätig und somit steuerpflichtig. Dies gilt selbst dann, wenn du Strom an deine Nachbarn oder Mieter auslieferst oder du nur einen bestimmten Teil verkaufst.

Grundsätzlich hat in Deutschland gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) jeder Photovoltaikanlagen-Betreiber, der Solarstrom in das öffentliche Netz einspeist, Anspruch auf Vergütung. Um diese zu erhalten, musst du die Anlage spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme der Bundesnetzagentur melden und die eingespeiste Strommenge jedes Jahr nachweisen.

 

Welche Photovoltaik Steuern fallen an?

Wie für jedes andere Gewerbe auch können als Photovoltaikanlagen-Betreiber in Deutschland  folgenden Steuern anfallen. Abhängig von der Menge des produzierten Stroms, sowie einiger deiner unternehmerischen Entscheidungen können alle oder nur einige der genannten Steuerarten auf deinen individuellen Fall zutreffen.

Einmal im Jahr werden die erzielten Einnahmen mit den Betriebskosten deiner Photovoltaikanlage gegengerechnet. Nur, wenn du durch den Verkauf deines Solarstromes, egal, ob an Nachbarn, Mieter oder an die Strombörse, einen Gewinn über 410 EUR erzielst beziehungsweise die Summe deiner gesamten Einkünfte über dem Freibetrag von 9000 EUR (doppelt für Ehepaare und Menschen in Lebenspartnerschaften) liegt, wird die Einkommenssteuer fällig. Als Einnahmen im steuerrechtlichen Sinn zählt hierbei auch der Solarstrom, den du selbst nutzt und nicht verkaufst.

Solange du einer nicht selbstständigen Tätigkeit nachgehst und deine Photovoltaikanlage nur nebenberuflich betreibst, gilt bei einem Ertrag unter maximal 410 EUR der Härteausgleich. Bei der Berechnung musst du allerdings darauf achten, dass alle deiner Nebeneinkünfte zählen und zusammengefasst werden müssen.

Die Gewinne deiner PV-Anlage werden dann in deiner jährlichen Steuererklärung angegeben, gemeinsam mit allen anderen Einkommensarten, wie Gehälter, Mieten und Renten.

 

Wann wird eine Umsatzsteuer fällig?

Eine weitere Regelsteuer auf Umsätze aus Solarstrom ist die Umsatzsteuer. Diese berechnet das Finanzamt aus deinen Angaben zum voraussichtlichen Umsatz deiner Photovoltaikanlage im kommenden Jahr.

Liegen die geschätzten Einkünfte bei maximal 22.000 EUR brutto im letzten und unter 50.000 EUR im laufenden Jahr, kannst du von der Kleinunternehmerregelung profitieren und dich von der Umsatzsteuer befreien lassen. Diese Umsatzgrenze wurde erst 2020 von zuvor 17.500 EUR erhöht.

Der Status des Kleinunternehmers bringt Vor- und Nachteile mit sich und die Entscheidung will gut durchgerechnet sein. Auf der einen Seite entfällt ohne Umsatzsteuer einiges an Buchführungsaufwand, auf der anderen Seite können dann Vorsteuern für getätigte Ausgaben nicht mehr geltend gemacht werden. Letzteres bedeutet, dass du dir die Mehrwertsteuer für Planung, Kauf und Installation Ihrer PV-Anlage nicht zurückerstatten lassen kannst, was in der Regel vor allem in den ersten Jahren nach Anschaffung den meisten schwerer fällt.

Entscheidest du dich gegen die Kleinunternehmerregelung, zahlst du, wie andere Unternehmen auch, eine Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent. Diese wird für den Solarstrom fällig, den du verkaufst, allerdings auch für die Energie, die du selbst verbrauchst. In deiner jährlichen Umsatzsteuererklärung wird dann die Mehrwertsteuer, die du zum Beispiel für die Installation, aber auch Wartungen und für Versicherungen ausgegeben hast, mit deiner Umsatzsteuer gegengerechnet.

Nach fünf Jahren ab Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage kannst du beim Finanzamt eine Änderung deines Status zum Kleinunternehmer beantragen. Wir raten dir in der Regel dazu, mit dem Wechsel zu warten, bis der sogenannte Berechtigungszeitraum vollkommen abgelaufen ist – bei Aufdachanlagen 5 Jahre, bei Indachanlagen 10 Jahre – um eventuelle Vorsteuerrückzahlungen zu vermeiden.

 

Wie verhält sich die Gewerbesteuer?

Seit 2020 musst du als Betreiber kleinerer Photovoltaikanlagen bis 10 Kilowatt Leistung kein Gewerbe mehr anmelden und bist somit von der Gewerbesteuer befreit. Wenn du allerdings eine leistungsstärkere PV-Anlage an oder auf deinem Gebäude betreibst, muss du dies der Gemeinde oder Stadt mitteilen und ein Gewerbe registrieren. Die Kommune wird diese Information dann automatisch auch dem Finanzamt mitteilen, welche dir deine Steuernummer zukommen lassen wird.

 

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