Die gute Nachricht: Als Selbstständiger kannst Du Parkgebühren für berufliche Fahrten von der Steuer absetzen. Die schlechte Nachricht: Das leidige Thema Parkplatzsuche in der Innenstadt bleibt Dir damit leider nicht erspart. Genau wie das Sammeln unzähliger Parkscheine. Doch der Aufwand lohnt sich: Wer weiß wie er vorgehen muss und welche Besonderheiten es zu beachten gibt, kann diese Kosten in einigen Fällen steuerlich absetzen.

 

Parkgebühren am Arbeitsplatz steuerlich absetzen?

Hast Du beispielsweise einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe Deines Arbeitplatzes gemietet, sind steuerlich keine Abzüge möglich. Die Parkgebühren sind in diesem Fall bereits mit der Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt, abgegolten. Diese liegt bei 0,30 EUR pro Entfernungskilometer zum Arbeitsplatz. Bieten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern kostenlose Parkplätze, gilt dies nicht als geldwerter Vorteil und muss auch nicht vom Arbeitnehmer versteuert werden. Das gilt auch für Fahrer von Dienstwagen oder Firmenwagen. Dabei ist es unwichtig, ob die Stellplätze dem Arbeitgeber gehören oder von ihm gemietet werden. Bezahlt der Arbeitgeber jedoch den Parkplatz an der Wohnung des Mitarbeiters, ist der Vorteil steuerpflichtig – es sei denn, beim geparkten Auto handelt es sich um einen Firmenwagen.

 

Parkgebühren auf Dienstreisen steuerlich absetzen?

Gebühren, die im Zuge einer Auswärtstätigkeit anfallen, gelten als sogenannte Reisenebenkosten. Dabei solltest Du Folgendes beachten: Übernimmt der Arbeitgeber die Reisenebenkosten, schrumpft damit auch die Möglichkeit, diese steuerlich geltend zu machen. In diesem Fall kann nur noch die Summe abgesetzt werden, die nach Abzug der steuerfreien Zuwendungen offen bleibt. Stellt ein Unternehmer seinen Wagen auf einer Dienstreise auf einem kostenpflichtigen Parkplatz ab, gelten die dabei entstandenen Gebühren nicht mehr als abzugsfähige Werbungskosten. Sie werden nun den Betriebsausgaben zugerechnet. So kann der steuerpflichtige Gewinn eines Betriebes reduziert werden.

 

Dienstfahrten mit dem Fahrtenbuch dokumentieren?

Um Ärger mit den Finanzbehörden zu vermeiden, ist es ratsam, ein Fahrtenbuch zu führen, in dem alle Dienstfahrten und die angefallenen Parkgebühren dokumentiert werden. So kann gewährleistet werden, dass Du die Fahrtkosten und Parkgebühren auch tatsächlich steuerlich geltend machen kannst. Diese Empfehlung betrifft sowohl Selbstständige als auch Arbeitnehmer und Angestellte. Zwar lässt sich ein gewisser Aufwand nicht vermeiden, wenn Du Dein Fahrtenbuch wirklich ordnungsgemäß führst, doch im Hinblick auf den steuerlichen Vorteil solltest Du die Zeit auf alle Fälle investieren.

 

Die ordnungsgemäße Führung des Fahrtenbuchs

Um bösen Überraschungen bei der Betriebsprüfung vorzubeugen, solltest Du unbedingt auf die formelle und materielle Richtigkeit des Fahrtenbuchs achten. Das bedeutet, dass vor allem die vom Finanzamt geforderten Angaben wahrheitsgemäß notiert werden. Empfehlenswert ist es, die Aufzeichnungen zeitnah, gesondert und fortlaufend zu führen. So ersparst Du Dir spätere Arbeit und kannst Fehlangaben gezielt vorbeugen. Im Grunde müssen folgende Punkte enthalten sein:

 

  • Datum der Fahrt,
  • Reiseziel und Reisezweck,
  • Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Dienstreise sowie
  • Angaben zum besuchten Geschäftspartner.

 

Wie werden Fahrtkosten steuerlich abgesetzt?

Parkgebühren entstehen im Zusammenhang mit Fahrten, die entsprechend als Fahrtkosten steuerlich abgesetzt werden können. Hier wird zunächst zwischen den Fahrtkosten des Arbeitnehmers und den Fahrtkosten eines selbstständig Tätigen unterschieden.

Als Arbeitnehmer kannst Du die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz in Form der Entfernungspauschale absetzen. Die tatsächlichen Fahrtkosten sind nur in besonderen Fällen absetzbar, zum Beispiel bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder für Menschen mit Behinderung.

Neben täglichen Pendelfahrten können Arbeitnehmer folgende Fahrten ebenfalls steuerlich absetzen:

  • Fahrtkosten zur beruflichen Fortbildung,
  • Fahrten zur Beschaffung von Arbeitsmitteln,
  • beruflich entstandene Reisen,
  • die erste und letzte Fahrt zu Beginn und zum Ende einer doppelten Haushaltsführung,
  • außergewöhnliche Belastungen wie Fahrten zum Arzt,
  • Fahrten zu Vorstellungsgesprächen sowie
  • Fahrten, die im Rahmen eines beruflich veranlassten Umzuges entstehen.

 

Bist Du selbstständig tätig und für Dein eigenes Unternehmen unterwegs, kannst Du die entstandenen Kosten als Betriebsausgaben abziehen. So lassen sich auch die Fahrtkosten in der Steuererklärung geltend machen. Für Fahrten zwischen Wohnung und Firmensitz wird die Entfernungspauschale genutzt.

 

Parkgebühren – Das wichtigste zusammengefasst!

Um Parkgebühren, die im Rahmen Deiner Beschäftigung entstehen, steuerlich abzusetzen, musst Du ordnungsgemäß und fehlerfrei festhalten, wann Du eine Dienstfahrt unternommen hast, wohin die Dienstfahrten gingen und aus welchem Grund sie stattfanden.

Bedenke, dass privat entstandene Parkgebühren sich nicht absetzen lassen. Gleiches gilt für Parkkosten, die am Arbeitsplatz entstanden sind, da diese bereits mit der Entfernungspauschale abgegolten sind. Stellt ein Arbeitgeber seinen Angestellten einen kostenfreien Parkplatz zur Verfügung, muss dieser nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Kleiner Tipp: Die ordnungsgemäße Führung eines Fahrtenbuchs hat einen hohen Stellenwert.

 

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