Die Nebenkostenabrechnung – auch Betriebskostenabrechnung oder „zweite Miete“ genannt – erfreut sich ähnlicher Beliebtheit wie die jährliche Steuererklärung. Doch wenn Du beides miteinander kombinierst, ergibt sich ein neues Bild: Du kannst bares Geld sparen! Denn Deine Nebenkostenabrechnung enthält einige absetzbare Kosten – auch für Mieter. Das Zauberwort lautet: haushaltsnahe Aufwendungen.

 

Welche Nebenkosten kann ich in der Steuererklärung angeben?

Arbeiten in der eigenen Wohnung sowie rund um Haus und Garten, für die Dienstleister oder Handwerker beschäftigt werden, sind nämlich laut § 35a EStG steuerlich begünstigt. Das gilt nicht nur, wenn Du diese Arbeiten selbst in Auftrag gibst, sondern auch, wenn Dein Vermieter den Auftrag erteilt. Haushaltsnahe Aufwendungen werden unterteilt in haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerkosten.

 

Auch Deine Nebenkostenabrechnung enthält solche absetzbaren Kosten. Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, die Du als Mieter absetzen kannst, zählen z.B.:

  • Reinigung von Hausflur und Zubehörräumen (Dachboden, Waschküche etc.)
  • Gartenpflege
  • Schneeräumdienste und Straßenreinigung auf dem Grundstück
  • Hausmeisterdienste
  • Fensterputzer
  • Schädlingsbekämpfung

 

Zu den absetzbaren Handwerkerleistungen gehören:

  • Schornsteinreinigung
  • Arbeiten an Dach, Fassaden, Böden, Garagen, Innen- und Außenwänden
  • Beseitigung von Vandalismus (z.B. Graffitis)
  • Asbestsanierung
  • Reinigung von Rohren und Dachrinnen
  • Reparatur und Wartung von Heizung, Fahrstuhl, Feuerlöscher, Rauchmelder, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen und Gemeinschaftsmaschinen (z.B. Waschmaschine und Trockner)
  • Aufstellen eines Baugerüsts
  • Austausch von Heizungszählern
  • Pflasterarbeiten auf dem Grundstück
  • Überdachung von Terrassen oder Stellplätzen für PKWs und Fahrräder
  • Trockenlegung und Sanierung des Mauerwerks

 

Bei all diesen Posten kannst Du die Arbeitskosten, Fahrtkosten und Ausgaben für Verbrauchsmittel und Maschinen steuerlich geltend machen. Materialkosten kannst Du allerdings nicht von der Steuer absetzen.

 

Deine private Miete und Nebenkosten wie Strom, Wasser, Heizung und Grundsteuer kannst Du als Mieter hingegen nicht absetzen. Anders sieht es allerdings aus, wenn Du ein häusliches Arbeitszimmer in Deiner Wohnung nutzt. Dann kannst Du auch diese Nebenkosten zusammen mit Deiner Miete anteilig als Werbungskosten in Deiner Steuererklärung geltend machen. Das gilt auch für Selbstständige – bei ihnen werden Werbungskosten „Betriebsausgaben“ genannt (nicht zu verwechseln mit den Betriebskosten in Deiner Nebenkostenabrechnung).

Auch für einen beruflich bedingten Zweitwohnsitz bei doppelter Haushaltsführung gilt, dass Kosten der Wohnung – also Miete und Nebenkosten – in der Steuererklärung geltend gemacht werden können, und zwar in einer Höhe von bis zu 1.000 EUR monatlich, unabhängig davon, ob Du Mieter oder Eigentümer der Wohnung bist.

 

In welcher Höhe kann ich Nebenkosten von der Steuer absetzen?

20 Prozent der haushaltsnahen Aufwendungen kannst Du in Deiner Steuererklärung geltend machen. Bei den Höchstgrenzen für den steuerlichen Abzug wird unterschieden: Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen kannst Du bis zu einem Betrag von 4.000 EUR pro Jahr absetzen, Handwerkosten kannst Du in Höhe von bis zu 1.200 EUR jährlich geltend machen. Wenn es sich bei den haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen um Minijobs handelt, sind maximal 510 EUR im Jahr von der Steuer absetzbar.

Mit Deiner Nebenkostenabrechnung allein kommst Du natürlich nicht auf diese Höchstsummen. Doch es gibt neben den Betriebskosten ja noch weitere Ausgaben, die Du in Deiner nächsten Steuererklärung angeben kannst. Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören zum Beispiel auch Haushaltshilfen, Haustierbetreuung und Pflegedienste (sofern Du die Kosten nicht bereits als außergewöhnliche Belastungen absetzt). Auch die Handwerkerkosten für die Verlegung des neuen Bodens oder die Reparatur der Waschmaschine kannst du zu 20 Prozent absetzen.

Haushaltsnahe Aufwendungen werden direkt von Deiner Steuerlast abgezogen. Wenn auf Deiner Betriebskostenabrechnung 300 EUR Hausmeisterkosten aufgeführt sind, kannst Du Deine Steuern also um 60 EUR mindern. Setzen sich die 300 EUR aus Material- und Arbeitskosten zusammen, kannst Du nur die Lohnkosten ansetzen. Seit der Steuererklärung 2019 trägt man haushaltsnahe Aufwendungen nicht mehr im Mantelbogen, sondern in der neuen, gleichnamigen Anlage ein – oder, wenn Du es papierlos und bequem magst, beantwortest Du in unserem Online-Tool einfach die entsprechenden Interviewfragen.

 

 

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