Die deutschen Finanzämter haben im Oktober vermehrt Briefe versandt, um Steuerzahler an die Abgabe ihrer Steuererklärung zu erinnern. Hast du einen dieser Briefe erhalten? Dann informier dich in diesem Beitrag darüber, was du jetzt unbedingt machen und beachten solltest.

 

Welche Strafen können auf mich zukommen?

Für “Zuspätkommer” und mögliche Steuerhinterzieher wird der Verspätungszuschlag wie folgt berechnet: Für jeden angefangenen Verspätungsmonat zahlt man 0,25 Prozent von dem vom Finanzamt festgesetzten Steuerbetrag abzüglich der Vorauszahlungen und der anzurechnenden Steuerabzugsbeträge. Der Zuschlag liegt bei mindestens 25 Euro für jeden Monat der Verspätung. Insgesamt darf der Verspätungszuschlag 25.000 Euro nicht übersteigen. (§ 152 AO Verspätungszuschlag).

Bei Steuernachzahlungen werden ab dem 15. Verspätungsmonat zusätzlich Zinsen fällig. Die Höhe liegt bei 0,5 Prozent für jeden folgenden vollen Verspätungsmonat. Die Zinsen berechnet das Finanzamt bei Steuernachzahlungen. Im Falle einer Steuererstattung bekommt der Steuerzahler diese Zinsen ausgezahlt.

 

Was sollte ich jetzt unbedingt tun?

Vorab: Falls du noch keinen Brief vom Finanzamt bekommen hast, du jedoch zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet bist, dann werde jetzt aktiv. Reiche schnellstmöglich deine Steuererklärung nach.

Grundsätzlich solltest du einer Aufforderung vom Finanzamt Folge leisten, auch wenn du der Meinung bist, nicht zur Abgabe verpflichtet zu sein. Wenn du die neue Frist ebenfalls verstreichen lässt, kannst du in aller Regel nicht mehr damit rechnen, dass das Finanzamt den Ermessensspielraum zu deinen Gunsten auslegt.

In Zweifelsfällen hast du die Möglichkeit, mit einem plausiblen Grund die verspätete Abgabe der Steuererklärung aufzuklären. Dann kannst du sogar eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Die Gewährung der Fristverlängerung liegt jedoch abermals im Ermessensspielraum des Finanzamtes.

 

Wer ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben?

 

Es gibt Kriterien, die einen Steuerzahler dazu verpflichten, eine Steuererklärung einzureichen:

  • Berufstätige Ehegatten, die zusammen veranlagt und in Steuerklasse III oder V sind;
  • Jeder, der neben seinem Hauptberuf noch weitere Einkünfte erzielt hat, die 410 Euro überstiegen;
  • Steuerzahler, die zeitgleich mehrere Beschäftigungsverhältnisse hatten (Steuerklasse VI);
  • Steuerzahler, die einen Freibetrag in Anspruch genommen haben;
  • Ehegatten, die zusammen veranlagt waren, sich aber scheiden ließen bzw. dauernd getrennt leben;
  • Wenn du Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld bezogen hast. Das gilt auch für andere Lohnersatzleistungen wie etwa Kranken-, Mutterschafts- oder Elterngeld, wenn die Beträge den Höchstbetrag von 410 Euro im Jahr übersteigen;
  • Personen, die Geld auf ausländischen Konten haben;
  • Personen, die Zins- und Dividendeneinnahmen hatten.

 

Auf was solltest du achten?

  • Lass die genannte Frist nicht verstreichen
  • Lass dem Finanzamt die angeforderten Informationen bzw. die ausstehende Steuererklärung umgehend zukommen
  • Beachte in Zukunft die Abgabefristen

 

 

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