Was du über Gewinne beim Glücksspiel wissen solltest?

Für das Finanzamt ist wichtig, wie dein Gewinn einzuordnen ist, denn davon hängt ab, ob du ihn versteuern musst. Hast du beim Glücksspiel abgeräumt, bleiben dir die Steuern in der Regel erspart. Unter Glücksspiel versteht die Finanzbehörde, Spiele, bei denen es ausschließlich um Glück bzw. Zufall geht, also bei denen keine Geschicklichkeit oder strategische Fähigkeiten zum entscheidenden Ausgang beigetragen haben. Auch, wenn sich ein Zusammenhang zu deiner beruflichen Tätigkeit herstellen lässt, z.B. wurdest du mit einem Preisgeld in einem künstlerischen oder wissenschaftlichen Wettbewerb bedacht, wird das Finanzamt versuchen, deinen Gewinn den zu versteuernden Einkunftsarten als „sonstige Einkünfte“ zuzuordnen.

 

EU-Lizenzen

In Deutschland liegt, wie in den meisten anderen Ländern, nach dem Glücksspielstaatsvertrag das Monopol für die Vergabe von Genehmigungen beim Staat. Da dieser aber kaum Lizenzen vergibt, erwerben die Anbieter sie in einem anderen Land, vor allem in Malta, wo hinsichtlich der Branche eine offenere Politik herrscht. Nach den Regelungen der EU-Wettbewerbsfreiheit ist das akzeptabel. Vorsicht aber, wenn es keine EU-Lizenz gibt!

 

Lotto

Das Lottospiel zählt zu den Klassikern des Glücksspiels, da hier wirklich nur der Zufall entscheidet. Das Finanzamt kann somit die Einnahmen keiner besteuerbaren Einkommensart zuweisen. Gewinnst du also in der Lotterie oder bei Renn- und Sportwetten, darfst du alles behalten.

 

Poker

Beim Poker ist die Sachlage nicht ganz eindeutig, denn Poker wird nicht als reines Glücksspiel angesehen. Vielmehr handelt sich dabei um eine Mischung aus Glücks- und Geschicklichkeitsspiel. Auch der Bundesfinanzhof war sich lange uneinig und teilte 2015 sein Urteil mit: „Gewinne aus der Teilnahme an Pokerturnieren können der Einkommensteuer unterliegen.“

Ähnlich entschied bereits das Finanzgericht in Köln im Jahr 2012. Die Begründung ist simpel: Poker ist mehr ein Geschicklichkeits- als Glücksspiel. Der Spieler mit den besten analytischen und psychologischen Fähigkeiten gewinnt. Als Profispieler hast du somit schlechte Karten und musst deine Gewinne als sonstige Einnahmen versteuern.

Bist du aber ein Hobbyspieler und hattest einfach nur einmal Glück, kann der Gewinn nicht als Einkommen gewertet werden. Du solltest jedoch nicht seit längerer Zeit pokern, einen Blog darüber schreiben oder gar öffentlich Poker-Events moderieren, denn dann zählst du schnell als Profi.

 

Casino und Online-Casino

Für Gewinne aus dem Casino, egal ob online oder offline, gilt dasselbe: Zunächst sind die Gewinne steuerfrei, weil es sich um Zufall und reines Glück handelt. Gewinnst du aber häufiger, sodass deine Einnahmen als eine Art regelmäßiges Einkommen interpretiert werden können, kann das Finanzamt Einkommensteuer darauf erheben.

 

 

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