Du willst eine Lohnsteuerkarte beantragen? Zwar gibt es keine Lohnsteuerkarte aus Pappe mehr, einige wichtige Schritte musst du aber trotzdem beachten. Wir zeigen dir, welche das sind und wie du vorgehen musst, um die Lohnsteuer zu verwalten.

Auf der Lohnsteuerkarte wurden bis vor einigen Jahren alle personenbezogenen Daten eingetragen, die du als Arbeitgeber für die Zahlung der Lohnsteuer benötigst. Das war allerdings mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden, da man tausende von Karten herstellen, verschicken und verwalten musste. Mit dem technischen Fortschritt und der zunehmenden Digitalisierung lassen sich die benötigten Daten heute allerdings besser elektronisch verwalten – daher wurde die Lohnsteuerkarte Anfang 2013 abgeschafft.

 

Lohnsteuerkarte beantragen?

Die alte Lohnsteuerkarte aus Pappe gibt es seit dem 01. Januar 2013 nicht mehr. Allerdings wird natürlich auch weiterhin Lohnsteuer erhoben. Die dazu erforderlichen Daten werden aber nicht mehr auf einer Karte gespeichert, sondern von einem elektronischen papierlosen Verfahren verwaltet: Alle Daten für den Lohnsteuerabzug (sowie die Kirchensteuersteuer und den Solidaritätszuschlag) werden heute in der Datenbank ELStAM (Elektronische Lohnsteuer-Abzugsmerkmale) des Bundeszentralamts für Steuern gespeichert.

Konkret heißt das: Du musst keine Lohnsteuerkarte beantragen. Stattdessen teilst du deinem Arbeitgeber bei Beginn des Arbeitsverhältnisses deine Steuer-Identifikationsnummer und dein Geburtsdatum mit.

Dein Arbeitgeber teilt diese Daten dann dem Bundeszentralamt für Steuern mit und trägt sie in dein Lohnkonto ein. Das ist für euch wesentlich bequemer, als wie früher eine Lohnsteuerkarte selbst beim Amt zu beantragen. Dazu kommen weitere organisatorische Vorteile: Mit dem Ende der körperlichen Lohnsteuerkarte entfallen hohe Verwaltungskosten und -arbeiten bei den Meldebehörden, Arbeitgebern sowie Arbeitnehmern.

 

Elektronische Abrechnung in der ELStAM-Datenbank

Das Ende der alten Lohnsteuerkarte hat zur Folge, dass Arbeitgeber seit 2013 grundsätzlich dazu verpflichtet sind, Löhne und Gehälter elektronisch abzurechnen. Außerden bekommt der Arbeitnehmer seine Lohnsteuermerkmale nicht mehr von der Meldebehörde einmal im Jahr auf Pappe zugesandt. Diese stehen jetzt unter der jeweiligen persönlichen steuerlichen Identifikationsnummer in der ELStAM-Datenbank. Zu den Lohnsteuermerkmalen zählen die folgenden Daten des Arbeitnehmers:

  • Steuerklasse
  • Anschrift
  • Geburstdatum
  • Faktoren bei Ehepaaren in der Steuerklasse IV
  • Religionszugehörigkeit
  • Zahl der Kinderfreibeträge
  • Behindertenpauschbeträge
  • Lohnsteuerfreibeträge

Verantwortlich für die Verwaltung dieser Merkmale ist das jeweilige Finanzamt: Die Behörde ist zuständig für Neuausstellung, Änderungen an der Steuerklasse, Religionszugehörigkeit, Namen, Kinderzahl und Wohnsitz  sowie für das Eintragen von Frei- und Hinzurechnungsbeiträgen.

 

Lohnsteuer mit Steueridentifikationsnummer verwalten: so geht’s

Anstatt eine Lohnsteuerkarte zu beantragen, musst du als Arbeitnehmer heute die folgenden Schritte ausführen, sobald du eine neue Beschäftigung antritts:

  • Beginnt das neue Arbeitsverhältnis, musst du als Arbeitnehmer deinem Arbeitgeber nur noch deine Steueridentifikationsnummer sowie dein Geburtsdatum mitteilen.
  • Außerdem musst du angeben, ob es sich bei diesem Arbeitsverhältnis um die Hauptbeschäftigung (Steuerklassen I, III, IV) oder eine Nebenbeschäftigung (Steuerklasse VI) handelt.
  • Wichtig: Verwechsle nicht die Steuer-ID mit der Steuernummer.

 

Die eigene Steuernummer herausfinden – ganz leicht

Hat sich der Arbeitgeber authentifiziert, kann er/sie deine Steuermerkmale anschließend aus der ELStAM-Datenbank abrufen. Diese Berechtigung entfällt mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses.

 

 

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