Der Lohnsteuerjahresausgleich bereitet Arbeitgebern oft Kopfzerbrechen. Für die Mitarbeiter*innen hat es jedoch positive finanzielle Auswirkungen und kann so die Bindung an den Betrieb fördern. Ob für dich als Arbeitgeber*in eine Pflicht zum Lohnsteuerausgleich besteht, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Lohnsteuerjahresausgleich – Was ist das?

Beim Lohnsteuerjahresausgleich geht es darum, dass du als Arbeitgeber*in einen Ausgleich vornimmst, falls von einem Arbeitnehmer*in im Laufe des Jahres zu viel Lohnsteuer einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wurde. Dieser Ausgleich kann beispielsweise notwendig sein, wenn sich das Gehalt des Arbeitnehmers im Laufe des Jahres verändert oder wenn er Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten hat.

Der Lohnsteuerjahresausgleich erfolgt in der Regel mit der Dezember-Lohnabrechnung, wenn du das gesamte Jahr als Betrachtungszeitraum für die geleistete Lohnsteuer zugrunde legen kann. Du als Arbeitgeber*in vergleichst dabei die Summe der innerhalb eines Jahres monatlich tatsächlich abgeführten Lohnsteuer mit der Jahreslohnsteuer, die rückblickend eigentlich auf das gesamte Jahr gesehen angefallen wäre.

Liegt die tatsächlich abgeführte Lohnsteuer über der eigentlichen Jahreslohnsteuer, behälst du als Arbeitgeber*in im Dezember zum Ausgleich entsprechend weniger Lohnsteuer ein und der Nettolohn des Mitarbeiters erhöht sich um die Differenz. Liegt sie unter der eigentlichen Jahreslohnsteuer, muss dies allerdings nicht korrigiert werden – sofern der Lohnsteuerabzug während des Kalenderjahres zutreffend erfolgte.

 

Ist es deine Pflicht als Arbeitgeber einen Lohnsteuerjahresausgleich vorzunehmen?

Ob du die Pflicht hast, einen Lohnsteuerjahresausgleich für deine Mitarbeiter*innen durchzuführen oder nicht, hängt davon ab, wie viele Arbeitnehmer*innen du in deinem Unternehmen beschäftigst:

  • Bei weniger als 10 Mitarbeitern bist du als Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, einen Lohnsteuerjahresausgleich vorzunehmen. Du bist in diesem Fall aber dazu berechtigt.
  • Beschäftigen Sie 10 Mitarbeiter oder mehr, besteht für dich die Pflicht, einen Lohnsteuerjahresausgleich durchzuführen.

Wichtig: Wenn du für deine Mitarbeiter freiwillig einen Lohnsteuerjahresausgleich vornehmen oder dazu verpflichtet bist, musst du allerdings beachten, dass du für bestimmte Mitarbeiter keinen Lohsteuerjahresausgleich durchführen darfst.

 

Für welche Mitarbeiter darf ich keinen Lohnsteuerjahresausgleich machen?

Als Arbeitgeber*in musst du bei jedem Mitarbeiter zuerst prüfen, ob du für ihn/sie einen Lohnsteuerjahresausgleich vornehmen darfst oder nicht. In folgenden Fällen darf z. B. kein Lohnsteuerjahresausgleich erfolgen:

  • wenn der/die Arbeitnehmer*in es beantragt
  • wenn der/die Arbeitnehmer*in nicht das ganze Kalenderjahr in deinem Unternehmen beschäftigt war
  • wenn der/die Arbeitnehmer*in nur beschränkt steuerpflichtig ist
  • wenn der/die Mitarbeiter*in für einen Teil des Ausgleichsjahres nach den Steuerklassen II, III oder IV besteuert wurde
  • wenn der Arbeitslohn der Steuerklasse V oder VI unterlag
  • wenn ein Freibetrag oder Hinzurechnungsbetrag bei der Lohnsteuerberechnung zu berücksichtigen war
  • wenn das Faktorverfahren angewandt wurde
  • wenn der/die Arbeitnehmer*in Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld, Kurzarbeitergeld o. Ä. bezogen hat
  • wenn der/die Arbeitnehmer*in an mindestens 5 aufeinanderfolgenden Tagen kein Entgelt erhalten hat (im Lohnkonto steht der Eintrag „U“)

 

Welche Fristen gibt es?

Wenn du deinen Mitarbeitern*innen monatlich Lohn zahlst, ist der betriebliche Lohnsteuerausgleich frühestens mit der Dezember-Lohnabrechnung des Ausgleichsjahres und spätestens mit der Abrechnung für Februar des Folgejahres möglich.

Damit deckt sich der Zeitraum mit der Frist für die Übermittlung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung.

 

Jahresausgleich auch für Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer?

Neben dem Jahresausgleich für die Lohnsteuer musst du als Arbeitgeber*in auch für den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer einen Jahresausgleich vornehmen. Maßgebend sind hierfür die Steuerklasse und die Kinderfreibeträge, die für den letzten Lohnzahlungszeitraum im Kalenderjahr angewendet wurden.

Die Jahreskirchensteuer ist mit dem Prozentsatz zu berechnen, der am Unternehmensstandort gilt (8 oder 9 Prozent). Der Ausgleich von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ist jeweils ein eigenständiges Ausgleichsverfahren.

 

 

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