Welche Krankheitskosten kann ich steuerlich absetzen?

Grundsätzlich kannst du die unmittelbaren Krankheitskosten als Folge von anerkannten Krankheiten oder auch Unfällen als Sonderaufwendungen geltend machen. Typische Berufskrankheiten kannst du evtl. auch als Betriebsausgabe oder Werbungskosten ansetzen. Mehr dazu erfährst du im folgenden Artikel.

 

Typische Krankheitskosten sind:

  • Kosten für ärztliche stationäre oder ambulante Behandlung – auch ein teurer Spezialarzt – oder einen Heilpraktiker.
  • Arznei-, Heil- und Hilfsmittel (einschl. Rezeptgebühr) nach Verordnung durch Arzt oder Heilpraktiker, z. B. Rollstuhl, Brillen, Prothesen, Hörapparate oder Zahnersatz. Nicht rezeptpflichtige Medikamente sind ebenfalls nur nach entsprechender Verordnung abziehbar. Bei länger andauernden Erkrankungen reicht die einmalige Vorlage einer Verordnung. Vorbeugende Maßnahmen fallen nicht darunter.
  • Krankenhauskosten (auch Ein- oder Zweibettzimmer, nicht: Kosten für Telefon oder Fernseher). Es erfolgt keine Kürzung der Krankenhauskosten um eine Haushaltsersparnis.
  • Ausgaben für die krankheitsbedingte Unterbringung der eigenen Person in einem Pflegeheim (auch Verpflegung) oder der Pflegeabteilung eines Altenheims (gilt auch für pflegebedürftige Angehörige, durch die Ihnen Kosten entstehen). Nicht als Krankheitskosten begünstigt ist die altersbedingte Unterbringung im normalen Altenheim.
  • Augen-Laser-Operation: Die Vorlage eines amtsärztlichen Attests ist nicht erforderlich.
  • Fahrtkosten: in Zusammenhang mit ärztlichen Behandlungen sind abzugsfähig. Kosten, die anfallen, um einen kranken Angehörigen, der in seinem eigenen Haushalt lebt, zu betreuen und zu versorgen, können unter besonderen Umständen abziehbar sein bzw. sind über den Pflegepauschbetrag erfasst.
  • Nicht anerkannte Heilmethoden (z. B. immunbiologische Krebsabwehrtherapie). Aufwendungen sind bei einem Erkrankten mit nur noch begrenzter Lebenserwartung auch dann zwangsläufig und damit abziehbar, wenn die Methoden aus schulmedizinischer oder naturheilkundlicher Sicht nicht anerkannt sind. Hier ist ein qualifizierter Nachweis erforderlich.
  • Künstliche Befruchtung: Der Abzug ist möglich bei Empfängnisunfähigkeit der Frau bzw. Zeugungsunfähigkeit des Mannes und soweit die Maßnahme mit den (inländischen) Richtlinien der Berufsordnungen für Ärzte in Einklang steht. Bei vorangegangener freiwilliger Sterilisation und nicht verheirateten Paaren ist kein Abzug möglich. Nicht endgültig entschieden ist, ob der Abzug bei gleichgeschlechtlichen Partnern in Lebenspartnerschaft möglich ist.
  • Kur: Die Aufwendungen für die Kur sind abziehbar, wenn die Kur zur Heilung oder Linderung einer festgestellten Krankheit notwendig ist und eine andere Behandlungsweise nicht oder kaum Erfolg versprechend erscheint. Ein qualifizierter Nachweis ist erforderlich.

 

    Höhe der Kuraufwendungen:

  • Arzt- und Kurmittelkosten (Bäder, Packungen, Massagen u. a.) sind auch abzugsfähig, wenn die Notwendigkeit der Kur nicht nachgewiesen wurde, die Heilmittel aber ärztlich verordnet waren.
  • Unterbringungskosten in tatsächlicher und angemessener Höhe.
  • Verpflegungsmehraufwendungen sind um die Haushaltsersparnis von 20 % der Aufwendungen zu kürzen.
  • Kosten für öffentliche Verkehrsmittel; nur ausnahmsweise (entsprechende Behinderung) sind eigene Kfz-Kosten abziehbar.
  • Bei Auslandskuren werden nur die Kosten einer vergleichbaren Inlandskur anerkannt.
  • Bei behinderten Menschen können Aufwendungen für eine Heilkur auch dann abgezogen werden, wenn der Behinderten-Pauschbetrag abgezogen wird.
  • Bei Heilkur eines Kindes muss das Kind während der Kur in einem Kinderheim untergebracht sein. Wird das Kind von dir als Elternteil begleitet, muss die vor Kurantritt ausgestellte amtsärztliche Bescheinigung beinhalten, dass und warum der Kurerfolg auch bei einer Unterbringung außerhalb des Kinderheimes gewährleistet ist. Bei minderjährigen Kindern sind auch die Kosten der Begleitperson abzugsfähig. Es genügt der einfache Nachweis.
  • Legasthenie: Die Aufwendungen zur Behandlung einer Lese- und Rechtschreibschwäche sind abziehbar, wenn diese krankheitsbedingt ist. Ein qualifizierter Nachweis ist erforderlich.
  • Pflegepersonal: Pflegst du Angehörige selbst und nimmst den Pflege-Pauschbetrag in Anspruch, kannst du die Kosten für eine ambulante Pflegekraft zusätzlich als Krankheitskosten abziehen. Siehe auch Hinweise unter Pflegekosten.

 

Wann kann ich Krankheitskosten absetzen?

Die Krankheitskosten können nur abgezogen werden, wenn du (ggf. zusammen mit anderen außergewöhnlichen Belastungen) die sogenannte zumutbare Belastung übersteigst. Diese richtet sich nach der Höhe deiner Einkünfte, der Zahl deiner Kinder und ggf. auch nach der Art deines Steuertarifs. Generell gilt, dass Krankheitskosten bis zum jeweiligen Grenzwert zumutbar sind. Das bedeutet, dass du deinen individuellen Grenzwert von den tatsächlichen Krankheitskosten abziehen musst, um den steuerlich als außergewöhnliche Belastung absetzbaren Betrag zu erhalten.

 

 

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