Du planst, neben deinem Vollzeitjob ein Kleingewerbe zu gründen. Nun machst du dir Gedanken um die Einkommensteuer? Keine Sorge: Die Finanzamts-Pflichten sind überschaubar.

 

Kleingewerbe neben deinem Vollzeitjob?

  • Zwar musst du dein Gewerbe anmelden. Gewerbesteuer ist jedoch erst ab einem jährlichen Gewinn von mehr als 24.500 EUR fällig.
  • Wenn du die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen willst, bleibt dir auch der Umsatzsteuer-Ärger erspart. Die Kleinunternehmer-Umsatzgrenze wurde kürzlich von 17.500 EUR auf 22.000 EUR angehoben.
  • Dein Kleingewerbe muss nicht ins Handelsregister eingetragen werden. Die Eintragung ins Handelsregister ist nur für größere Unternehmen Pflicht. Zum Beispiel für Personen- und Kapitalgesellschaften.
  • Eine kaufmännische doppelte Buchführung ist ebenfalls nicht erforderlich. Es genügt, dass du deine Einnahmen und Ausgaben aufzeichnest. Und deinen „Einnahmenüberschuss“ (= Gewinn) einmal im Jahr ans Finanzamt meldest.

Bleibt bloß noch die unvermeidliche Einkommensteuer.

 

Kleingewerbe neben Vollzeitjob: Die Einkommensteuer

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gibt nur eine Einkommensteuer. Die Lohnsteuer, die dein Arbeitgeber jeden Monat für dich ans Finanzamt überweist, ist bloß eine Vorauszahlung auf die jährliche Einkommensteuer.

Deine Einkünfte als Arbeitnehmer und als Gewerbetreibender rechnet das Finanzamt zusammen. Hinzu kommen mögliche weitere freiberufliche Einnahmen. Sowie eventuelle Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, Renten und weiteren Einkunftsarten. Besteuert wird am Ende dein Gesamteinkommen.

Wenn du neben deinem Hauptberuf noch ein Kleingewerbe betreibst und dabei Gewinn erzielst, erhöht sich dein „zu versteuerndes Einkommen“. Dann zahlst du im Folgejahr Einkommensteuer nach.

Falls du mit deinem Nebengewerbe Verlust machst, sinkt dein steuerpflichtiges Gesamteinkommen. In dem Fall kannst du mit einer Steuerrückzahlung rechnen. Geregelt ist die Steuerpflicht von Gewerbetreibenden in § 15 Einkommensteuergesetz (EStG).

 

Kleingewerbe plus Vollzeitjob? Einkommensteuer vorauszahlen!

Das Finanzamt kann laut § 37 EStG auch von Kleingewerbetreibenden Vorauszahlungen verlangen. Anders als die monatliche Lohnsteuer der Arbeitnehmer sind die Abschlagszahlungen der Selbstständigen vierteljährlich fällig.

Stichtage sind jeweils der …

  • März,
  • Juni,
  • September und der
  • Dezember

… des laufenden Jahres. Vorauszahlungen werden aber nur dann festgesetzt, wenn auf deine Einnahmen aus dem nebenberuflichen Kleingewerbe voraussichtlich mehr als 400 Euro pro Jahr Einkommensteuer anfallen.

Die Höhe der Vorauszahlungen orientiert sich am zu versteuernden Gesamteinkommen des Vorjahres. In manchen Fällen fehlen die erforderlichen Vorjahreszahlen (zum Beispiel, weil du dein Kleingewerbe neu gestartet hast). Dann beruht ein möglicher Vorauszahlungsbescheid auf deinen Angaben im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“. Den muss jeder Selbstständige ausfüllen, der ein Kleingewerbe anmelden will.

Dort musstest du im Abschnitt 3.1 auf Seite 5 „Angaben zur Festsetzung der Vorauszahlungen“ machen. Bei der Prognose unterscheidet das Formular zwischen den voraussichtlichen Einkünften „im Jahr der Betriebseröffnung“ und „im Folgejahr“.

Du wirst zusammen mit deinem Ehe- oder Lebenspartner besteuert? Bei einer „gemeinsamen Veranlagung“ musst du auf dem Fragebogen auch Angaben zu den Einkünften deines Partners machen.

 

Wie viel Einkommensteuer muss ich zahlen?

Genaue Angaben zur Höhe der Einkommensteuer für nebenberufliche Kleingewerbetreibende sind nicht möglich. Die Steuerbelastung eines Nebengewerbes hängt ab von der Höhe des steuerpflichtigen Gesamteinkommens.

Angenommen, ein Fußballprofi vertreibt nebenher Sportkleidung via Ebay oder schreibt Kommentare in einer Sportzeitung. Dann bezahlt er auf sein Zusatzeinkommen deutlich mehr Steuern als eine Krankenschwester, die sich nach Feierabend als Thermomix-Gastgeberin etwas hinzuverdient. Und das ist ja auch gut so.

Bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Gesamteinkommens und der darauf fälligen Einkommensteuer unterscheidet das Finanzamt nicht nach den verschiedenen Einkunftsarten. Im Jahr 2020 gelten folgende Tarif-Eckpfeiler:

  • Ein zu versteuerndes Einkommen von bis zu 9.408 EUR grundsätzlich steuerfrei. Für gemeinsam besteuerte Ehe- und Lebenspartner gilt der doppelte Grundfreibetrag (18.816 Euro).
  • Wer mehr verdient, zahlt auf den Gesamtbetrag zwischen 14 % (= Eingangssteuersatz) und 45 % (= Spitzensteuersatz).

Aber keine Sorge: Der Spitzensteuersatz gilt aber erst für Einkommen über 270.500 EUR (Singles) bzw. 541.000 EUR (Verheiratete).

 

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