Als Freiberufler*in erzielst du Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit und wirst steuerlich als Einzelunternehmer*in behandelt. Welche Steuerarten auf dich als Einzelunternehmer*in zutreffen und was du in Bezug auf diese Steuern zu beachten hast, erklären wir dir in diesem Beitrag.

 

Einkommenssteuer

Dein Gewinn aus deiner selbständigen Tätigkeit unterliegt der Einkommenssteuer und ist somit in deiner Einkommensteuererklärung anzugeben.

 

Wie ermittle ich meinen Gewinn?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten den Gewinn zu ermitteln: Den Betriebsvermögensvergleich und die Einnahmenüberschussrechnung.

Der Betriebsvermögensvergleich ist an die Buchhaltungspflicht gekoppelt. Da du als Freelancer nicht der Buchhaltungspflicht unterliegst, kannst du, unabhängig von deinen Umsätzen und deinem Gewinn, zwischen den beiden Gewinnermittlungsarten wählen. Für den Beginn deiner selbständigen Tätigkeit empfehlen wir dir die Einnahmenüberschussrechnung, da diese recht simpel ist.

 

Kann ich Gründungskosten als Betriebskosten ansetzen?

Hast du bereits vor der offiziellen Anmeldung deiner selbstständigen Tätigkeit beim Finanzamt Ausgaben gehabt, dann kannst du auch diese als Betriebsausgaben ansetzen, sofern sie im direkten Zusammenhang mit deiner unternehmerischen Tätigkeit standen. Diese Ausgaben bezeichnet man als vorweggenommene Betriebsausgaben.

 

Wie viel Einkommenssteuer muss ich zahlen?

Die Höhe der von dir zu zahlenden Einkommenssteuer hängt neben der Höhe deines Gewinns von weiteren Faktoren wie deinem Familienstand und der Anzahl deiner Kinder ab.

  • Grundfreibetrag: Liegt dein Jahresgewinn unter dem Grundfreibetrag (9.408 EUR) musst du auf deinen Gewinn keine Steuern zahlen. Zum Jahresgewinn zählen hier alle Einkunftsarten, also beispielsweise auch dein Einkommen als Arbeitnehmer*in.
  • Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer: Neben der Einkommenssteuer zahlst du ebenfalls in Abhängigkeit von deinem zu versteuernden Einkommen den Solidaritätszuschlag und je nachdem, ob du Mitglied in der Kirche bist, Kirchensteuer. Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent, die Kirchensteuer beträgt 9,0 Prozent (8,0 Prozent in einigen Bundesländern) der von dir zu zahlenden Einkommenssteuer.

Du findest im Internet viele Webseiten, auf denen du die von dir zu zahlende Einkommenssteuer berechnen kannst. Damit du von der Einkommenssteuer nicht überrascht wirst, empfehlen wir dir diese Rechner zu nutzen. So kannst du regelmäßig überprüfen, ob und wie viel Einkommenssteuer du zahlen musst, und so gegebenenfalls rechtzeitig Rücklagen bilden.

 

Wann muss ich die Einkommenssteuer zahlen?

Zu Beginn deiner Tätigkeit als Freiberufler*in lässt du dich bei deinem zuständigen Finanzamt steuerlich erfassen. Dies geschieht, indem du den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllst und an das Finanzamt sendest. Ein wichtiger Punkt dieses Fragebogens ist die Prognose deiner Einkünfte für das Gründungsjahr. Auf Grundlage dieser Prognose ermittelt das Finanzamt erstmalig deine Einkommenssteuervorauszahlungen, die du vierteljährlich zu leisten hast.

Nach Ablauf des Gründungsjahrs erstellst du eine Einkommenssteuerklärung (bis 31.07., Fristverlängerung möglich). Anhand dieser Erklärung erlässt das Finanzamt einen Jahressteuerbescheid. Aus diesem Bescheid geht dann hervor, ob deine Einkünfte höher oder niedriger als deine Prognosen waren, und ob du dementsprechend Einkommenssteuer nachzahlst oder erstattest bekommst.

Auf Grundlage des Jahressteuerbescheids wird das Finanzamt dann ebenfalls festlegen, wie hoch deine Vorauszahlungen für das künftige Kalenderjahr sind.

 

Wann muss ich eine Steuererklärung erstellen?

Fertigst du deine Steuererklärung selbst an, so musst du diese bis zum 31. Mai des Folgejahres bei deinem zuständigen Finanzamt einreichen. Kannst du diese Frist nicht einhalten, so ist es möglich, diese zu verlängern, insofern ein triftiger Grund dafür vorliegt. Ob der Fristverlängerung stattgegeben wird, entscheidet dein zuständiges Finanzamt. Lässt du deine Steuererklärung über einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater*in anfertigen, verlängert sich die Abgabefrist auf den 31.12. des Folgejahres.

 

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