Erbschaftssteuer – was fällt an Steuern an?

Ein Erbe wird wie jedes Einkommen vom Staat besteuert. Ob und wie viel Steuern du auf dein Erbe zahlen musst, hängt dabei nicht nur von der Höhe des Erbes ab. Das Wichtigste für dich vorweg:

  • Die Steuerberechnung beim Erbe ist abhängig von der Höhe des Vermögens und vom Verwandtschaftsgrad.
  • Es gibt drei Steuerklassen mit Steuersätzen zwischen sieben und 50 Prozent.
  • Je nach Einzelfall kannst du zusätzliche sachliche Steuerbefreiungen und weitere Ausnahmen steuerliche Vergünstigungen bewirken.

 

Die Familie entscheidet

Wichtig für die Berechnung deiner steuerlichen Belastung im Erbfall ist, wie eng du mit dem Erblasser (der Person, die das Erbe hinterlässt) verwandt bist. Der Tod eines nahen Angehörigen soll nicht zum finanziellen Problem werden. Daher bemisst das Finanzamt die Erbschaftsteuer, die Steuerfreibeträge und die Steuerklasse anhand deines Verwandtschaftsgrads.

 

Welche Freibeträge und Steuerklassen bei der Erbschaftssteuer?

Vom höchsten Steuerfreibetrag profitieren Ehepartner und eingetragene Lebenspartner: Du kannst bis zu 500.000 EUR steuerfrei erben. Ansonsten gilt: Je enger du mit dem Erblasser verwandt bist, desto höher sind deine Freibeträge.

So gilt ein Freibetrag von 400.000 EUR für jedes Kind des Verstorbenen und auch für die Enkel – sofern die Kinder des Erblassers bereits vorher gestorben sind. Leben diese noch, gilt für die Enkel ein Freibetrag von 200.000 EUR. Die Freibeträge für die Urenkel oder auch für Eltern, die von ihren Kindern erben, liegen bei 100.000 EUR, für alle übrigen Erben auch ohne Verwandtschaftsverhältnis bei 20.000 EUR.

Lebenspartner oder Kinder des Verstorbenen, die auf dessen finanzielle Unterstützung angewiesen waren, profitieren bei der Besteuerung zudem von zusätzlichen Versorgungsfreibeträgen.

 

Drei Steuerklassen

Wenn du ein Vermögen über den jeweiligen Freibetrag hinaus erbst, musst du diesen Betrag versteuern. Dafür gibt es drei Steuerklassen:

  • Der günstigste Steuersatz gilt für Steuerklasse I. Er betrifft Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, Kinder und Stiefkinder sowie weitere enge Verwandte.
  • Entferntere Verwandte bekommen in Steuerklasse II die zweitgünstigsten Steuersätze. Dazu zählen unter anderem Geschwister und Geschwisterkinder, Stiefeltern und Schwiegereltern, Schwiegerkinder und geschiedene Ehegatten.
  • Die höchsten Steuersätze gelten in Steuerklasse III, falls du nicht mit dem Erblasser verwandt bist.

 

Wann fällt keine Steuer an?

Bei der Erbschaftsteuer gibt es eine Reihe von Ausnahmen.

Als Angehöriger der Steuerklasse II und III bist du steuerbefreit für Hausrat und andere bewegliche Gegenstände bis zu einem Gesamtwert von 12.000 EUR.

Als Erbe in Steuerklasse I muss du außerdem selbst genutzten Wohnraum unter bestimmten Voraussetzungen nicht versteuern. Das gilt, wenn der Erblasser das Wohneigentum bis zu seinem Tod selbst genutzt hat und du als Erbe die geerbte Immobilie mindestens zehn Jahre lang bewohnst.

Bist du als Erbe der Ehegatte beziehungsweise der eingetragene Lebenspartner, gilt die Steuerbefreiung ohne Flächenbegrenzung. Bist du dagegen ein Kind des Verstorbenen, darf die Wohnfläche maximal 200 Quadratmeter betragen.

Diese Steuerbefreiung mit Flächenbegrenzung gilt auch für Enkel, wenn das entsprechende Kind des Erblassers bereits vorher verstorben ist.

 

Schulden erben möglich?

Ein Erbe besteht nicht immer nur aus Einkünften. Mitunter ist es möglich, dass du auch Verbindlichkeiten erbst. Wir empfehlen dir daher, das Erbe möglichst schnell und umfassend zu prüfen. Nur innerhalb einer Frist von sechs Wochen nach Kenntnis des Erbfalls, kannst du ein Erbe beim Nachlassgericht ausschlagen.

 

 

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