Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Du hast als Mutter oder Vater Anrecht auf Elterngeld, wenn Du Dein Kind nach der Geburt selbst betreust und mit ihm in einem Haushalt in Deutschland lebst. Das gilt auch, falls Du Dein Kind adoptiert hast. Für das Elterngeld ist es unwichtig, ob Du vor der Geburt angestellt oder selbstständig gearbeitet hast, arbeitslos warst oder gerade mitten im Studium bist. Voraussetzung ist aber, dass Du nach der Geburt gar nicht oder höchstens 30 Stunden in der Woche arbeitest.

Das Elterngeld wird reformiert. Zukünftig sollen Eltern sogar 32 Stunden arbeiten können, ohne den Elterngeldanspruch zu verlieren, damit eine Vier-Tage-Woche möglich wird – voraussichtlich ab September 2021. Kein Elterngeld bekommst Du, wenn Du Dein Kind während eines bezahlten Urlaubs betreust, ohne richtig Elternzeit zu nehmen. Verdienst Du zusammen mit Deinem Partner oder Partnerin mehr als 500.000 EUR oder als Alleinerziehender mehr als 250.000 EUR im Jahr, gibt es kein Elterngeld.

 

Wie beantragst Du Elterngeld?

Du brauchst zunächst einmal das richtige Formular, denn jedes Bundesland hat ein eigenes. Den für Dich passenden Antrag findest Du online auf der Website des Familienministeriums. Bis zu sechs Wochen vor dem geplanten Geburtstermin kannst Du zum Beispiel in Bayern den Antrag online einreichen. Alle weiteren Unterlagen kannst Du nachreichen.

Die für Dich zuständige Stelle für Elterngeld ist meist beim Versorgungsamt, beim Amt für Soziales oder beim Jugendamt in Deiner Stadt oder dem Landkreis angesiedelt.

 

Wie viel Elterngeld steht Dir zu?

Du bekommst mindestens 300 EUR und höchstens 1.800 EUR Elterngeld pro Monat. Warst Du vor der Geburt nicht berufstätig, bekommt Du den Mindestsatz von 300 EUR, den sogenannten Sockelbetrag.

Hast Du vor der Geburt gearbeitet, berechnet die Elterngeldstelle Deinen Anspruch. Sie geht dabei nicht von Deinem Nettogehalt aus, das Du in Deiner Lohnabrechnung findest. Die Behörde zieht von Deinem durchschnittlichen Bruttoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt Pauschalen für Steuern und Sozialabgaben ab. Zusätzlich wird der jährliche Ar­beit­neh­mer­pausch­be­trag von 1.000 EUR angesetzt. Was dann von Deinem Bruttoeinkommen übrig bleibt, dient als Berechnungsgrundlage für das Elterngeld.

Davon werden höchstens 2.770 EUR berücksichtigt. Was Du darüber hinaus an Einkommen hattest, wird nicht durch das Elterngeld ersetzt. Von Deinem so berechneten Netto stehen Dir in aller Regel 65 % als Elterngeld zu, aber nicht mehr als 1.800 EUR.

Hattest Du vor der Geburt Deines Kindes weniger als 1.240 EUR Netto-Einkommen, bekommst Du mehr als 65 % davon als Elterngeld. Je geringer Dein Einkommen war, desto höher ist der Prozentsatz, den Du von Deinem Netto bekommst. Stand Dir durchschnittlich 340 EUR vor der Geburt als Nettogehalt zur Verfügung, bekommst Du 100 % davon als Elterngeld.

 

Elterngeld als steuerfreie Leistung?

Elterngeld ist steuerfrei. Allerdings wird es eingerechnet, wenn es um Deinen individuellen Steuersatz geht. Es unterliegt also dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Dabei wird Dein Elterngeld zum zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet, und auf der so erhöhten Einkommensbasis wird der Steuersatz für Deine Einkommensteuer ermittelt.

Die Daten über das in einem Kalenderjahr gezahlte Elterngeld übermittelt die Elterngeldstelle bis zum 28. Februar des Folgejahres an die Finanzverwaltung. Du bekommst über die erhaltenen Leistungen keine Bescheinigung.

 

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