Als Selbständiger oder Gewerbetreibender musst du mit deiner Steuererklärung deine Gewinne anmelden. Gut für dich: Wenn du nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet bist, darfst du eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (auch EÜR abgekürzt) aufstellen. Dann füllst du die Anlage EÜR in der Einkommenssteuererklärung aus und bist fertig. Wir klären dich auf!

 

EÜR- Was ist das?

Bist du selbständig oder freiberuflich tätig, so bist du auch für die Versteuerung deines Einkommens selbst verantwortlich. Grundlage für die Ermittlung deiner Steuerpflicht sind die Gewinne, die du erzielst. Welche Regeln du dabei einhalten musst, regelt in Deutschland ein eigenes Steuergesetz – das Einkommensteuergesetz.

Das Einkommenssteuergesetz verpflichtet dich zur Aufzeichnung deiner geschäftlichen Tätigkeit. Du benötigst Ordnung in deinen Unterlagen jedoch nicht nur für die Ermittlung der steuerlichen Grundlagen, auch Geschäftspartnern, die dir Geld geliehen haben, bist du Rechenschaft schuldig. Natürlich ist es auch für dich wichtig, dass du genau über deine Einnahmen und Ausgaben Bescheid weißt. Nur dann kannst du deine Arbeit auch überprüfen und gezielt steuern.

Das Steuerrecht erlaubt zwei verschiedene Methoden, um den Gewinn zu ermitteln:

 

EINE EINFACHE AUFZEICHNUNG DURCH EINE EINNAHMEN-ÜBERSCHUSS-RECHNUNG

Wer nicht nach Handelsrecht verpflichtet ist, Bücher zu führen, muss das auch nicht tun. Dennoch wird für diese Methode der Gewinnermittlung gern der Begriff „Einfache Buchhaltung“ genutzt.

Gesetzlich gefordert ist eine Aufsummierung aller Einnahmen und aller Betriebsausgaben. Überschuss (also Gewinn) ergibt sich, wenn die Einnahmen größer als die Ausgaben sind – dieser Wert ist dann Grundlage der Besteuerung. So brauchst du eigentlich nur bei jedem Geschäftsvorfall entscheiden, ob es sich um eine Einnahme oder eine Ausgabe handelt. Beispielsweise 100 € Ausgabe für Werbung an Facebook/Google. Nicht mehr, und nicht weniger.

 

EINE DOPPELTE BUCHFÜHRUNG

Dieses System der Buchhaltung gilt für alle Kaufleute und Unternehmen, die nach Handelsgesetzbuch dazu verpflichtet werden.

Doppelt heißt diese Art der Aufzeichnung der Geschäftstätigkeit deshalb, weil jeder Sachverhalt auch zwei Konten verbucht wird, einmal im Soll und einmal im Haben. Typisch für diese Art der Buchführung ist auch das Aufstellen einer Jahresbilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung. Auch der Gewinn wird doppelt ermittelt – zum einen durch die schon genannte Gewinn- und Verlustrechnung und zum anderen durch den Vergleich der Vermögensverhältnisse der aktuellen Jahresbilanz mit den Werten der Vorjahresbilanz. Dadurch wird nicht nur die laufende Buchhaltung etwas aufwändiger, sondern auch der Jahresabschluss. Zum Glück gilt für kleine Unternehmen häufig die Möglichkeit eine EÜR zu erstellen, und die doppelte Buchführung muss nicht erledigt werden.

 

Gewerbebetreibende

Als gewerbetreibender Einzelunternehmer, der nicht als Kaufmann im Handelsregister eingetragen ist, darfst du eine EÜR abgeben. Hierfür gibt es jedoch Grenzen:

  • dein jährlicher Umsatz (deine Einnahmen) dürfen einen Betrag von 600.000 EUR nicht überschreiten
  • dein Gewinn darf nicht über 60.000 EUR im Jahr liegen

Damit dürfen alle Kleinunternehmer und Kleinstgewerbetreibende (auch im Nebenberuf) die einfache Methode der Gewinnermittlung nutzen. Auch Beteiligte in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) profitieren von der vereinfachten Aufzeichnungspflicht, nicht jedoch die Gesellschafter einer OHG (Offene Handelsgesellschaft). Diese ist nämlich verpflichtend im Handelsregister einzutragen. Ausgenommen sind jedoch alle Kapitalgesellschaften, also die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH, UG) und auch die Aktiengesellschaften.

 

 

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