Kurzarbeit – Steuererklärung ist Pflicht

Der Bezug von Kurzarbeitergeld kann für viele Arbeitnehmer*innen in 2021 erstmalig zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung für das Jahr 2020 führen. Wer im letzten Jahr coronabedingt auf Kurzarbeit umsteigen musste, ist jetzt verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel.

 

Was ist Kurzarbeitergeld?

Wer im Jahr 2020 mehr als 410 EUR Kurzarbeitergeld erhalten hat oder arbeitslos geworden ist, muss eine Steuererklärung abgeben. Bei Kurzarbeit springt der Staat ein und zahlt Arbeitnehmern*innen für eine gewisse Zeit einen Anteil ihres normalen Nettolohns. Dies dient dazu, Jobs in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu retten. In vielen Branchen wurde im letzten Jahr Kurzarbeit angeordnet und der Arbeitgeber*in hat Kurzarbeitergeld beantragt. Die Höhe des Kurzarbeitergelds hängt davon ab, wie viel Netto-Gehalt man erhält und wie viel Prozent man weniger arbeitet. Arbeitnehmer*innen erhalten 60 Prozent ihres Lohnes als Kurzarbeitergeld direkt über den Arbeitgeber*in ausgezahlt. Wenn mindestens ein Kind mit im Haushalt lebt, dann sind es sogar 67 Prozent des Nettolohnes. Manche Unternehmen stocken das Kurzarbeitergeld bis zu einem bestimmten Prozentsatz auf, obwohl du nicht Vollzeit arbeitest. Das siehst du in deiner Lohnabrechnung.

 

Warum muss ich für die Zeit in Kurzarbeit eine Steuererklärung machen?

Kurzarbeitergeld ist steuerfrei, doch durch den sogenannten Progressionsvorbehalt kann es sein, dass sich der Steuersatz des steuerpflichtigen Einkommens erhöht. Daher müssen alle Arbeitnehmer*innen, die in Kurzarbeit waren, eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Es kann sein, dass du die Steuern nachzahlen musst und nicht erstattet bekommst.

 

Welche Fristen musst du einhalten?

Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2020 ist der 31. Juli. Bis zu diesem Datum muss die Steuererklärung via Elster oder schriftlich per Post beim Finanzamt eingegangen sein. Du kannst jedoch formlos eine Fristverlängerung beantragen, wenn du konkrete Gründe hast, weshalb du diese Frist nicht einhalten kannst. Kontaktiere dazu am besten rechtzeitig dein zuständiges Finanzamt. Wenn du deine Steuererklärung mithilfe eines/eines Steuerberaters*in anfertigst, wird die Frist für die Abgabe der Erklärung für 2020 bis zum 28. Februar 2022 verlängert.

 

In welchem Fall du möglicherweise Steuern nachzahlen musst?

Je höher das zu versteuernde Einkommen ist, desto höher liegt der Steuersatz. Wenn du also Kurzarbeitergeld erhalten hast, kann es sein, dass sich dein Steuersatz auf das gesamte Einkommen dadurch erhöht. Daher benötigt das Finanzamt eine Steuererklärung, um zu berechnen, ob du eventuell Steuern nachzahlen musst.

Wenn der Arbeitgeber*in deinen Lohn zum Kurzarbeitergeld freiwillig aufgestockt hat, war das bisher steuerpflichtig. Durch das Corona-Steuerhilfegesetz wurde diese Aufstockung beitragsfrei gestellt, wenn Kurzarbeitergeld und Aufstockung höchstens 80 Prozent des ausgefallenen Entgeltes betragen. Hast du durch Kurzarbeitergeld und Aufstockung jedoch über 80 Prozent deines üblichen Nettolohnes bekommen, dann ist dieser Anteil steuerpflichtig und du musst wahrscheinlich Steuern nachzahlen.

 

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