Wer mit #Bitcoins und Co. Gewinne macht sollte das Finanzamt informieren

Bitcoins sind in aller Munde und deren Inhaber freuen sich, wenn die Kurse wieder steigen. Was dabei bislang oft übersehen wird: Auch der Fiskus freut sich bei steigenden Gewinnen. Denn den meisten Bitcoin und #Kryptowährungs-Besitzern ist oft nicht bewusst, dass die digitalen Währungen auch in der eigenen Steuererklärung mit angegeben werden müssen.

Was ist, wenn ich #Bitcoins privat verleihe?

„Bei Privatverkäufen wird die Steuer dann relevant, wenn damit Gewinne erzielt werden“, so Rechtsanwalt und Fachanwalt für #Steuerrecht Tobias Gussmann.  „Eine Steuerpflicht entsteht dann, wenn zwischen dem Kauf und Verkauf der #Kryptowährung weniger als ein Jahr liegt.“ Besitzt jemand die Währungen länger,  so muss auf die Gewinne keine Steuern gezahlt werden. Allerdings weist die #Steuerkanzlei Gussmann auf einen wichtigen Punkt hin: „Wenn jemand einmal seine Bitcoins gegen Zinsen verliehen hat, muss – wenn man genau diese #Coins später wieder verkauft – darauf Steuern zahlen, selbst wenn man sie länger als ein Jahr gehalten hat“, so die Warnung von Tobias Gussmann, Mitgründer und Geschäftsführer von steuermachen.de. Es gilt dann sie Spekulationsfrist von zehn Jahren.

Erst ab einem #Gewinn von 601 Euro pro Jahr wird es relevant

Wird die #Freigrenze von 600 EUR pro Jahr  mit den Gewinnen überschritten, so müssen diese Gewinne versteuert werden. Ab 601 Euro setzt das Finanzamt dann für den kompletten Gewinn den persönlichen Steuersatz an. Es ist also eine private #Steuererklärung abzugeben bzw. die Angabe in der #Steuererklärung mitaufzunehmen.

Dabei ist es auch völlig egal, wo in der Welt der Besitzer seine Bitcoins zu Geld gemacht hat. Alle weltweiten Gewinne müssen dann in Deutschland versteuert werden, wenn der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat.

Das Problem: Bislang fehlen offizielle Leitlinien

Die Finanzverwaltung hat bislang keine offiziellen Leitlinien für die Besteuerung von #Kryptowährungen in #Deutschland herausgegeben.

Auf alle Fälle sollte eine Dokumentation der Kauf- und Verkaufsdaten erfolgen, damit sie dem Finanzamt später bei Bedarf vorgelegt werden können. Es ist daher auch von einem zukünftigen erhöhten Beratungsbedarf an Steuerberatung in diesem Bereich auszugehen.

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4 Gedanken zu „Wer mit #Bitcoins und Co. Gewinne macht sollte das Finanzamt informieren

  1. Alex Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Zitiere: Das Problem: Bislang fehlen offizielle Leitlinien

    Die Finanzverwaltung hat bislang keine offiziellen Leitlinien für die Besteuerung von #Kryptowährungen in #Deutschland herausgegeben.

    Wie kann ich des jetzt verstehen? Werden Bitcoins versteuert oder erst wenn die Regierung einen Leitfaden dazu hat?

    • Tobias Gussmann Autor des BeitragesAntworten

      Die Finanzverwaltung hat derzeit nur klargestellt, dass #Bitcoins (und somit wohl auch alle anderen Kryptowährungen) Gegenstand eines privaten Veräußerungsgeschäfts sein können (sehen Sie hierzu bitte BT-Drucksache 17/14530, S. 40):
      Werden demnach Euros in #Kryptowährungen umgetauscht, wird damit ein Wirtschaftsgut „Kryptowährung“ angeschafft. Wie in dem Beitrag bereits erwähnt, sollte man daher unbedingt den Anschaffungszeitpunkt, den Anschaffungspreis sowie die gekaufte Menge dokumentieren.
      Grds gilt nach der Anweisung: Werden Bitcoins innerhalb von 12 Monaten nach der Anschaffung wiederverkauft, d.h. wieder in Euros umgetauscht, sind Gewinne daraus in voller Höhe als „sonstige Einkünfte“ mit dem individuellen #Steuersatz zu versteuern. Nur eine Abgeltungsteuer fällt darauf nicht an, denn es handelt sich steuerlich dann nicht um Kapitaleinkünfte. Folglich werden #Bitcoins wohl bereits jetzt besteuert, die Frage lautet nur: wie machen Sie zukünftig dem #Finanzamt klar, wann Sie welche Transaktion in welcher Höhe durchgeführt haben, und was das Finanzamt hierfür als Nachweis akzeptiert. (Hinweis: bitte beachten Sie, dass dies weder eine verbindliche Rechts- noch Steuerberatung darstellt, und eine derartige Beratung auch im Einzelfall nicht ersetzen kann.)

  2. Kryptofrager Antworten

    Sehr geehrter Herr Gussmann,
    ich lese immer wieder, dass man “Anschaffungszeitpunkt, den Anschaffungspreis sowie die gekaufte Menge dokumentieren” soll.
    Was genau bedeutet bitte dokumentieren? Reicht es wenn ich alle drei Informationen auf ein Stück Papier schreibe? Muss ich Screenshots der Preise haben?
    Was ist, wenn ich verschiedene Kryptowährungen ineinander tausche? Da gibt es dann oft keine Preisangabe in Euro wie viel die eine, bzw. die andere gerade kostet. Wie macht man das bitte?
    Bei einer Onlinesoftware (CoinTracking) sind wohl alle Preise hinterlegt. Ich habe da alle meine Trades mit Zeitpunkt und Menge eingefügt. Das Programm ergänzt die Preise zur entsprechenden Zeit. Ist das jetzt so dokumentiert, wie es sein soll, oder reicht das nicht? Das Tool könnte theoretisch ja alles mögliche angeben.
    Vielen lieben Dank!

    • Tobias Gussmann Autor des BeitragesAntworten

      Hierzu gibt es noch keine allgemeine Mitteilung. Bitte beachten Sie auch, dass wir im Rahmen vom blog von steuermachen.de aus gesetzlichen Gründen keine Rechts- oder Steuerberatung anbieten dürfen, sondern nur allgemein zu Themen informieren können. Teilweise wird aber die allgemeine Meinung vertreten, dass bereits die Dokumentation per Excel-Tabelle ausreicht.
      (Hinweis: bitte beachten Sie, dass dies weder eine verbindliche Rechts- noch Steuerberatung darstellt, und eine derartige Beratung auch im Einzelfall nicht ersetzen kann.)

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